Was ist ein B-Book-Broker? A-Book und B-Book erklärt
Ein B-Book-Broker übernimmt die Gegenseite der Trades seiner Kunden auf eigene Rechnung, statt die Order an einen externen Liquiditätsanbieter weiterzugeben. Ein A-Book-Broker leitet die Order nach außen weiter und verdient an einem Aufschlag oder an einer Kommission auf den Orderfluss. Beides sind legitime und weit verbreitete Geschäftsmodelle. Die meisten Retail-Broker betreiben sogar beide gleichzeitig und entscheiden je Kunde und je Instrument, welcher Orderfluss wohin geht.
So funktioniert es
Kommt deine Order beim Broker an, wird sie auf einem von zwei Wegen abgewickelt.
A-Book. Der Broker eröffnet eine entsprechende Position bei einem Liquiditätsanbieter. Deinen Gewinn zahlt dieser Anbieter. Der Broker verdient am Aufschlag auf den Spread plus Kommission, und zwar gleich viel, ob du gewinnst oder verlierst.
B-Book. Der Broker wird selbst zu deiner Gegenpartei und hält die Position intern. Eine externe Order entsteht nicht. Dein Verlust ist sein Ertrag, dein Gewinn sind seine Kosten.
Hybrides Routing ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Broker teilen den Orderfluss in Klassen ein (nach Kunde, Größe, Instrument und bisheriger Profitabilität), internalisieren einen Teil davon und sichern den Rest ab. Internalisierter Orderfluss gleicht sich außerdem gegenseitig aus: Ist ein Kunde ein Lot long und ein anderer ein Lot short, heben sich die Positionen auf. Der Broker trägt dann kein Marktrisiko und kassiert trotzdem beide Spreads.
A-Book-Ertrag = Aufschlag + Kommission
B-Book-Ertrag = Aufschlag + Kommission + Nettoverluste der Kunden - Nettogewinne der Kunden
Das beschreibt, wie Orders geroutet werden. Über das Verhalten eines Brokers sagt es nichts aus, und beides sollte man nicht in einen Topf werfen.
Warum das wichtig ist
Im B-Book-Modell steckt ein struktureller Interessenkonflikt: Die Einnahmen des Brokers steigen, wenn es dem Konto des Kunden schlecht geht. Das ist eine Tatsache über den Anreiz, und du solltest sie kennen, bevor du entscheidest, wo dein Geld liegt. Für sich allein ist sie aber kein Beleg dafür, wie sich ein bestimmter Broker verhält. Regulierte Firmen unterliegen der Pflicht zur bestmöglichen Ausführung (Best Execution), zur getrennten Verwahrung von Kundengeldern und zur Berichterstattung, und diese Pflichten gibt es genau deshalb, weil der Anreiz existiert. Darum zählt die Aufsichtsbehörde mehr als das Routing-Modell.
Die Abwägung gilt auch in die andere Richtung. Erst die Internalisierung macht Micro-Lots möglich und sorgt dafür, dass Orders nicht wegen ihrer Größe abgelehnt werden. Ein reines A-Book leitet dich an echte Liquidität weiter, und das heißt: echte Requotes in dünnen Marktphasen, echte Teilausführungen und echte Mindestordergrößen. Eine Rangfolge ergibt sich aus keinem der beiden Modelle.
Das praktische Problem: Von außen lässt sich das Routing nicht beobachten. Broker müssen ihre Routing-Entscheidungen nicht pro Order veröffentlichen, und kein Dritter kann sie aus den Trade-Daten rekonstruieren. Die sinnvolle Frage lautet deshalb nicht, in welchem Book du landest, sondern wie deine eigene Ausführung tatsächlich aussieht.
Was die Daten zeigen
Über alle öffentlichen Konten auf ShowMyTrades mit Trade-Historie hinweg (Stand August 2026) sind die Konten über 703 verschiedene Broker-Server verbunden, und ihre Inhaber haben 4.782.670 $ an Kommissionen für 1.724.575 Lots gezahlt. Solche Kosten lassen sich messen, weil sie als eigener Posten abgerechnet werden. Das Routing dagegen taucht in keiner Abrechnung auf. Deshalb verrät keine Zahl auf dieser Seite (und auf keiner Seite, die aus Broker-Daten zusammengesetzt ist), wohin eine Order gegangen ist. Preismodelle mit Kommission nutzen Firmen auf beiden Seiten der Unterscheidung.
Vergleichen lässt sich dagegen eine Handelsumgebung mit einer anderen. 429 Nutzer hier haben Konten bei mehr als einem Broker. Wer auf beiden dieselben Regeln über denselben Zeitraum laufen lässt, trennt Kosten und Ausführungsqualität von der Strategie selbst. Dieser Vergleich beantwortet die Frage, für die das Routing-Etikett nur stellvertretend stand, und zwar mit Zahlen statt mit Vermutungen.
Wo du das auf ShowMyTrades findest
Wir kennzeichnen Broker nicht als A-Book oder B-Book, und das werden wir auch nicht tun: Die Informationen, die man dafür ehrlicherweise bräuchte, haben weder wir noch sonst jemand außerhalb der Firma. Die Kontoseite zeigt dir, was sich messen lässt.
- Die Zeile Info im Kopfbereich des Kontos trägt das Broker-Badge, im Tooltip steht der Name des Handelsservers. Nicht die Marke, sondern der Server bestimmt die Handelsumgebung: Ein Broker mit mehreren Servergruppen hat auf ihnen oft unterschiedliche Preise und eine unterschiedliche Ausführung.
- Der Bereich Terminal (bei MT5 Terminal und offene Charts) zeigt Ping und Neuübertragungen (Retransmissions), also die Verbindungsqualität hinter jeder Ausführung.
- Erweiterte Statistiken zeigt Kommissionen gesamt, Lots gesamt, Pips gesamt und Gezahlte Swaps gesamt. Kommissionen geteilt durch Lots ergibt die tatsächlichen Kosten des Kontos pro Lot. Liegen die Pips im Plus, während das Geld auf der Stelle tritt, fressen die Ausführungskosten den Edge auf.
- Die Tabelle Geschlossene Trades unter Trade-Historie und Kontostandsverlauf zeigt für jedes Ticket Einstiegskurs und Ausstiegskurs neben S/L und T/P.
Häufige Irrtümer
- „B-Book heißt, der Broker handelt persönlich gegen mich.“ Internalisierter Orderfluss wird größtenteils zwischen den Kunden verrechnet. Die Position des Brokers ist das, was übrig bleibt, kein Spiegelbild deiner Position.
- „A-Book heißt: kein Interessenkonflikt.“ Ein A-Book-Broker verdient am Umsatz. Sein Anreiz ist also Volumen, und auch das deckt sich nicht automatisch damit, dass dein Konto überlebt.
- „ECN, STP oder NDD im Namen garantieren ein A-Book.“ Das sind nicht regulierte Marketingbegriffe, und niemand prüft sie.
- „Eine üble Verlustserie beweist Manipulation.“ Meist beweist sie nur die normale Streuung der Ergebnisse. Prüfen lässt sich das mit einem zweiten Konto bei einem anderen Broker und denselben Regeln, nicht mit einem Forumsthread.
Wie du diesen Vergleich strukturiert angehst, liest du im Artikel Dieselbe Strategie bei verschiedenen Brokern.
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Regulierter Broker
Ein regulierter Broker untersteht einer Finanzaufsicht, die getrennte Kundengelder, Hebelgrenzen und Entschädigungssysteme durchsetzt. Und was das alles nicht abdeckt.
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Orderausführung ist der Weg, auf dem ein Broker aus deiner Anfrage einen ausgeführten Trade macht. Markt- und Sofortausführung, Requotes, Teilausführungen und wie du die Qualität misst.
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Slippage ist der Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich erzielten Kurs. Warum sie gerade dann am größten ist, wenn sie am meisten wehtut, und wie die Latenz sie messbar macht.