Was ist ein Funded Account im Trading?
Ein Funded Account ist ein Handelskonto, dessen Kapital nicht dem Trader gehört, der damit handelt, sondern einer Firma (im Privatkundenmarkt einer Prop Firm). Es läuft unter schriftlich festgelegten Risikoregeln und mit einer Gewinnbeteiligung. Der Trader hat ein Mandat, kein Eigentum: kein Recht, das Kapital abzuziehen, keinen Spielraum, die Limits zu überschreiten, und kein Konto mehr, sobald ein Limit verletzt ist. Alles Weitere folgt daraus.
So funktioniert es
Meist gibt es zwei Phasen, für die dasselbe Regelwerk gilt. Die Evaluierung ist ein kostenpflichtiger Versuch auf einem simulierten Konto mit festgelegter Größe. Sie endet, wenn das Gewinnziel erreicht ist, ein Risikolimit verletzt wird oder die Frist abläuft. Nach dem Bestehen beginnt die Funded-Phase. Die Regeln werden dabei nicht lockerer, meist bleiben sie gleich oder werden strenger. Neu ist, dass der realisierte Gewinn jetzt geteilt wird, in der Regel zugunsten des Traders, und in einem festen Rhythmus ausgezahlt wird.
Über das Ergebnis entscheiden zwei Arten von Regeln, und an ihnen scheitert man auf unterschiedliche Weise.
Verlustlimits Tagesgrenze, in jeder Sitzung zurückgesetzt
Gesamtgrenze, statisch oder trailing, nie zurückgesetzt
Konsistenzregel Gewinn des besten Tages / Gesamtgewinn <= Obergrenze
Die Verlustlimits sind harte Stopps. Eine nachlaufende Gesamtgrenze (Trailing) steigt mit jedem neuen Equity-Hoch mit und bewegt sich nur in diese eine Richtung. Eine gute Woche lässt deshalb weniger Spielraum als die Woche davor, und ein Konto kann geschlossen werden, obwohl es noch im Gewinn ist. Die Tagesgrenze ist die engere der beiden und wird in jeder Sitzung auf die Probe gestellt; sie hat einen eigenen Eintrag: das tägliche Drawdown-Limit.
Über die Konsistenzregel wird weniger gesprochen, dabei scheitern mehr Trader an ihr, als die meisten erwarten. Sie begrenzt, welcher Anteil des Gesamtgewinns aus einem einzigen Tag oder Trade stammen darf, weil eine einzelne übergroße Position als nicht wiederholbar gilt. Ein Teilnehmer kann das Ziel erreichen, kein Verlustlimit verletzen und trotzdem durchfallen, weil 60 % des Gewinns an einem einzigen Nachmittag entstanden sind.
Dazu kommen kleinere Bedingungen: eine Mindestanzahl an Handelstagen, Regeln zum Halten von Positionen über angekündigte News oder übers Wochenende, Skalierungspläne, die das zugeteilte Kapital nach mehreren Payouts in Folge erhöhen. All das sind Vertragsbedingungen, und sie unterscheiden sich von Firma zu Firma.
Warum das wichtig ist
Mit einem Funded Account wird Risikomanagement von einer Frage des Geschmacks zu einer Prüfung, die man besteht oder nicht. Auf deinem eigenen Konto ist ein Drawdown von 15 % unangenehm, aber aufholbar. Auf einem Funded Account mit einer Grenze bei 10 % ist derselbe Verlauf das Ende: Die Erholung findet nie statt, weil kein Konto mehr da ist, auf dem sie stattfinden könnte.
Deshalb sind die Zahlen, auf die eine Firma achtet, selten die, mit denen eine Ergebnisseite aufmacht. Die Rendite ist die Schlagzeile; ob das Mandat überlebt, entscheiden die Tiefe des Rückgangs und sein Verlauf Tag für Tag.
Was die Daten zeigen
Von den öffentlichen Konten auf ShowMyTrades mit Trade-Historie lagen 38,2 % irgendwann mehr als 20 % unter ihrem Höchststand. Gemessen an 20 % (großzügiger als fast jedes Regelwerk für Privattrader) wären also fast vier von zehn schon durchgefallen, und dabei handelten diese Konten ganz ohne Regelwerk, ohne dass irgendetwas eine Position zwangsweise geschlossen hätte. Die Zahlen beschreiben die hier veröffentlichten Konten, nicht Trader im Allgemeinen.
Die Rendite, die mit diesen Risiken erkauft wurde: zeitgewichtet im Median +3,2 %, 63,0 % der Konten im Plus. Woran die meisten Teilnehmer zuerst stoßen, ist die Grenze, nicht die Rendite.
37 Konten sind hier nicht gelistet: über einen eigenen Link erreichbar, aber aus allen Listen herausgehalten. Mit genau dieser Einstellung schickt ein Teilnehmer seinen Track Record an eine Firma, ohne ihn auf der Website zu zeigen.
Wo du das auf ShowMyTrades findest
Eine Anbindung an irgendein Programm gibt es nicht. Für die Regeln gibt es aber ein Werkzeug: Schalte in den Einstellungen des Kontos Prop Shield aktivieren ein, trag die Limits ein, die deine Firma vorgibt, und die Kontoseite zeigt, wie viel du von jedem schon verbraucht hast, mit Alarmen zum Tagesverlust, zum maximalen Drawdown und zum Gewinnziel. Prop Shield warnt nur, es blockiert nie etwas. Darüber hinaus liefert die Kontoseite die Messung.
Der Bereich Kontostatistik zeigt den Drawdown auf die Equity, also einschließlich offener Verluste laufender Positionen, und daneben DD auf Kontostand, berechnet nur aus geschlossenen Trades. Dieses Paar zählt hier mehr als irgendwo sonst: Regelwerke beziehen ihre Limits in der Regel auf die Equity. Eine Strategie, die Verlierer offen hält, sieht beim Drawdown auf den Kontostand gut aus und scheitert an der ersten Zahl. Im selben Bereich stehen Ø täglich % und Ø monatlich %, die Basiswerte, an denen eine Konsistenzregel einen Ausreißertag misst.
Die Ansicht Drawdown im Chart-Bereich zeigt Tag für Tag, wie weit die Equity unter dem bisherigen Höchststand des Kontostands lag: genau den Verlauf, den eine Gesamt- oder Trailing-Grenze auswertet. Für die Konsistenzfrage zeigt die Tabelle Monatsrenditen, ob sich der Gewinn verteilt oder ballt, und ihre Ansicht Kalender schlüsselt das bis auf einzelne Tage auf.
Die Sichtbarkeit wird pro Konto eingestellt: veröffentlicht, privat oder nicht gelistet, also über den direkten Link erreichbar und aus den Listen ausgeschlossen. Inhaber können außerdem einzelne Module ausblenden. Fehlt auf einer Seite ein Bereich, ist das also eine bewusste Entscheidung und kein Zeichen fehlender Daten.
Häufige Irrtümer
- „Sobald ich funded bin, gehört das Geld mir.“ Es gehört die ganze Zeit der Firma. Dir gehört nur der ausgezahlte Anteil am realisierten Gewinn.
- „Die Funded-Phase ist leichter als die Evaluierung.“ Die Limits sind meist gleich oder strenger. Anders ist nur, dass ein Scheitern dich jetzt eine Einkommensquelle kostet und nicht mehr nur eine Gebühr.
- „Ich muss nur das Tageslimit vermeiden.“ Die meisten Konten scheitern an der Gesamtgrenze, und eine Trailing-Grenze wird enger, je mehr du gewinnst.
- „Ein großer Gewinntag ist ein Fortschritt.“ Unter einer Konsistenzregel kann genau er der Grund sein, warum ein Payout verweigert wird.
Wie sich diese Limits über die gesamte Historie eines Kontos verhalten, zeigt der Artikel „Maximaler Drawdown erklärt“.
Verwandte Begriffe
Prop Firm
Eine Prop Firm setzt ihr eigenes Kapital ein und lässt Trader damit nach einem festen Regelwerk handeln. So funktionieren Evaluierung, Gewinnbeteiligung und Verlustlimits, und das zeigen echte Drawdowns.
Nicht gelistetes Konto
„Nicht gelistet“ ist eine dritte Sichtbarkeitsstufe: Die Kontoseite funktioniert für alle, die den Link haben, fehlt aber unter „Entdecken“, in der Suche und auf deinem öffentlichen Profil.
Drawdown
Drawdown ist der Rückgang eines Kontos vom Höchststand bis zum Tiefpunkt, in Prozent. Hier findest du die Formel, warum er sich aufsummiert und was Tausende echte Handelskonten zeigen.
Drawdown auf den Kontostand
Der Drawdown auf den Kontostand (DD auf Kontostand) ist der tiefste Rückgang vom Hoch zum Tief, gemessen nur an geschlossenen Ergebnissen. Wie du ihn neben dem Equity-Drawdown liest und was veröffentlichte Konten zeigen.