Was ist der maximale Drawdown? Formel und Erholungsrechnung
Der maximale Drawdown ist der größte Rückgang vom Hoch zum Tief, den ein Konto in seiner gesamten Historie verzeichnet hat, ausgedrückt in Prozent des Höchststands. Er ist der schlimmste Verlust, den die Strategie tatsächlich angerichtet hat, und nicht der schlimmste, mit dem ihr Inhaber rechnet. Er sinkt nie: Steht ein maximaler Drawdown einmal bei 34 %, bleibt er bei 34 %, egal wie viele neue Hochs danach kommen.
So funktioniert es
Geh die Equity-Kurve Punkt für Punkt durch und merk dir dabei den höchsten Wert, den du bisher gesehen hast. An jedem Punkt misst du, wie weit die Kurve unter diesem laufenden Hoch liegt. Der maximale Drawdown ist der tiefste Rückgang, den du auf dem ganzen Weg findest.
MaxDD % = max über t von [ (Hoch(0..t) − Wert(t)) / Hoch(0..t) ] × 100
Das Ergebnis hängt ganz davon ab, welche Kurve du durchgehst, und ShowMyTrades veröffentlicht beide.
| Kennzahl | Basis | Mit offenen Positionen? | Aussage |
|---|---|---|---|
| Drawdown | Equity (Kontostand + offener G/V) | Ja | Echter Rückgang des Kontowerts im jeweiligen Moment |
| DD auf Kontostand | Nur geschlossener Kontostand | Nein | Rückgang der realisierten Ergebnisse |
Der Drawdown auf den Kontostand ist die schmeichelhaftere Zahl, und das liegt an seiner Konstruktion: Einen unrealisierten Verlust sieht er nicht. Genau darauf bauen Grid-, Martingale- und Nachkaufsysteme: Sie halten den Kontostandsverlauf glatt, indem sie Verlustpositionen nie schließen.
Ein Konto mit Drawdown 41 % und DD auf Kontostand 6 % ist also nicht kaputt. Es lag 41 % unter seinem Höchststand, während seine geschlossenen Ergebnisse nur eine Durststrecke von 6 % zugaben. Die Equity-Zahl ist die ehrliche, und der Abstand zwischen beiden beschreibt die Strategie. Liegen die beiden nah beieinander, werden Positionen ungefähr dort geschlossen, wo der Schaden entsteht, und genau dafür ist ein Stop-Loss da.
Warum das wichtig ist
Die Erholung ist asymmetrisch, weil der Gewinn auf einer kleineren Basis aufbauen muss als zuvor der Verlust.
| Maximaler Drawdown | Nötiger Gewinn bis zum alten Höchststand |
|---|---|
| 10 % | 11,1 % |
| 20 % | 25,0 % |
| 30 % | 42,9 % |
| 50 % | 100,0 % |
| 70 % | 233,3 % |
| 90 % | 900,0 % |
Unter 20 % ist die Asymmetrie lästig. Ab 50 % bestimmt sie alles an diesem Konto: Du musst dein Geld mit genau der Strategie verdoppeln, die es gerade halbiert hat.
Der maximale Drawdown legt außerdem fest, wie viel Hebel praktisch möglich ist. Lag der Drawdown eines Systems historisch bei 30 %, bedeutet die doppelte Positionsgröße einen Drawdown von 60 %, und nichts belegt, dass du den durchstehst.
Was die Daten zeigen
Die Zahlen hier stammen von Konten, die auf ShowMyTrades veröffentlicht sind, nicht von Tradern im Allgemeinen. Bei den veröffentlichten Konten mit Trade-Historie (August 2026) liegt der Median des tiefsten Drawdowns bei 9,7 %, und die Streuung um diesen Median ist in beide Richtungen groß.
Median 9,7 %, und die Extremwerte reichen weiter, als die meisten veröffentlichten Angaben einkalkulieren.
Am äußersten Ende sind 17,6 % mehr als 50 % unter ihren Höchststand gefallen, und 38,2 % lagen schon einmal mehr als 20 % darunter. Ungefähr jedes sechste Konto stand also schon in der 50-%-Zeile der Erholungstabelle oben: 100 % Gewinn nötig, nur um wieder auf den alten Stand zu kommen.
Das untere Ende verdient dieselbe Skepsis: 38,5 % verzeichnen einen maximalen Drawdown unter 5 %. Manche davon werden tatsächlich vorsichtig gehandelt. Viele sind einfach jung. Ein veröffentlichtes Konto hat im Median 171 geschlossene Trades bei einer medianen Trade-Dauer von 2,4 Stunden. Bei einer so kleinen Stichprobe zeigt ein kleiner maximaler Drawdown, was noch nicht passiert ist, und nicht, was nicht passieren kann. Ein maximaler Drawdown ist eine Aussage über die Extremwerte einer Verteilung, und Extremwerte brauchen Historie. Deshalb ist die Zahl nur auf einem verifizierten Track Record wirklich etwas wert.
Wo du das auf ShowMyTrades findest
Der Bereich Kontostatistik auf jeder veröffentlichten Kontoseite zeigt Drawdown und DD auf Kontostand in zwei aufeinanderfolgenden Zeilen unter Ø monatlich %. Beide werden aus den Daten des Brokers berechnet und nicht vom Inhaber angegeben. Vergleiche zuerst diese beiden: Wie weit sie auseinanderliegen, verrät schneller als alles andere auf der Seite, wie das Konto gehandelt wird.
Im Chart-Bereich gibt es eine eigene Ansicht Drawdown. Sie stellt den täglichen Drawdown als Balken dar und beantwortet damit die Frage, die der Prozentwert allein offenlässt: wie lange das Konto unter seinem Höchststand lag. Ein Drawdown von 25 %, der in sieben Wochen aufgeholt war, und einer von 25 %, der vierzehn Monate später noch offen ist, ergeben dieselbe Zahl und sind trotzdem nicht dasselbe Konto. Der Drawdown-Rechner wendet die Erholungstabelle oben auf deinen eigenen Kontostand an.
Häufige Irrtümer
- „Mein maximaler Drawdown hat sich dieses Jahr verbessert.“ Das kann er nicht. Er ist ein historischer Höchstwert, und ein gutes Jahr macht ihn nicht ungeschehen.
- „Die beiden Drawdown-Zahlen müssten übereinstimmen.“ Sie stimmen nur überein, wenn Positionen nahe am Verlust geschlossen werden. Ein großer Abstand ist das Kennzeichen ausgesessener Verlustpositionen, kein Datenfehler.
- „Kleiner maximaler Drawdown, geringes Risiko.“ Nicht bei kurzer Historie. Frag erst, wie viele Trades und wie viele Monate dahinterstehen, bevor du die Zahl als Risikomaß nimmst.
- „Drawdown in Prozent und Drawdown in Geld sind austauschbar.“ Ein Rückgang um 30 % auf einem Konto mit 2.000 $ und auf einem mit 200.000 $ ist dasselbe Risikoprofil und fühlt sich doch völlig anders an. Zwischen Konten vergleichen lässt sich aber nur der Prozentwert.
Den maximalen Drawdown im Zusammenspiel mit allen anderen Kennzahlen einer echten Kontoseite erklärt der Artikel „So liest du das Dashboard eines Handelskontos“.
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Ein verifizierter Track Record besteht aus Performance-Daten, die laufend direkt vom Broker kommen, über eine Verbindung mit reinem Lesezugriff, an der der Veröffentlichende nichts ändern kann.
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